Inhaltsverzeichnis

Warum Warren Buffett JETZT Cash hält und NICHT in ETFs investiert

Warum Warren Buffett JETZT Cash hält und NICHT in ETFs investiert

Inhaltsverzeichnis

Kaum ein Name wird häufiger mit erfolgreichem Aktienhandel in Verbindung gebracht wie Warren Buffet. Viele Anleger sehen in ihm ein Vorbild, wenn es um Investments geht und folgen seinem Urteil. So empfiehlt der legendäre Investor für die meisten Anleger in einen breit gestreuten ETF zu investieren. Warum Warren Buffett aber selbst nicht in ETFs investiert und stattdessen aktuell 145 Milliarden Dollar in Cash hält, das erkläre ich dir in diesem Artikel.

Warren Buffet wurde auf der jährlichen Aktionärsversammlung die Frage gestellt, ob es nicht viel sinnvoller gewesen wäre, seine Cash-Reserven in breit gestreute Indexfonds zu stecken, anstatt das ganze Geld in niedrig verzinste Anleihen zu halten. 

Solche breit gestreuten Indexfonds wären beispielsweise der MSCI World oder auch der amerikanische S&P 500, die es bei uns in Deutschland als ETFs, also als börsengehandelte Indexfonds zu kaufen gibt.

Denn hätte Warren Buffett genau das gemacht, also über die letzten 15 Jahre seine Cash-Bestände in breit gestreute Indexfonds gesteckt, dann wäre der reine Firmenwert von Berkshire Hathaway 12 Prozent höher. Und das trotz ausreichendem Cash-Puffer von 20 Milliarden Dollar. 

Buffets Antwort bezieht sich direkt auf die Handlungsfähigkeit während eines Crashs. Beispielsweise während der Finanzkrise im Jahre 2008. Hier wäre es für Buffet problematisch gewesen viel Geld in Indexfonds zu haben.

Denn erstens hätte er dann zu sehr tiefen Preisen verkaufen müssen, um das Geld dann in einzelne Firmen zu stecken. Und zweitens hätte er bei den Milliardenbeträgen, mit denen er hantiert, Probleme am Aktienmarkt bekommen. 

Denn wenn ich Indexfonds für mehrere Milliarden verkaufe, dann brauche ich auch einen Abnehmer, also einen Käufer. Wenn aber die Nachfrage für diese Summen nicht da ist, dann fällt der Preis und Buffett macht ein mieses Geschäft. 

Er sagt also, dass dieser Ansatz, sein Geld in Indexfonds statt in Cash zu haben, für ihn weniger praktikabel ist. Für Leute, die mit kleineren Summen hantieren wäre das aber durchaus eine spannende Strategie. Zumal man mit kleinen Summen deutlich flexibler ist und die eigenen Anteile dann viel schneller verkaufen kann.

Investments und Ketchup

Solche Unterschiede in der Anlagesumme haben auch Einfluss darauf, wie man optimal sein Geld anlegt. Buffett sieht größere Chancen, sein Geld zu investieren, wenn andere Leute nicht investieren wollen.

Und diese Chancen bedeuten eine deutlich bessere Investition als in breit gestreute ETFs. Das heißt, Buffett wartet auf diese seltenen Ereignisse wie beispielsweise einen Crash, um dann mit riesigen Summen in eine solche Chance hereinzugehen. Es muss aber nicht unbedingt ein Crash sein.

Sein größtes Investment der letzten zehn Jahre war nämlich Apple. Und die Aktie kaufte Buffett nicht während eines Crashs, sondern 2016, als wir mitten im Bullenmarkt waren. Spannenderweise war zu dieser Zeit die Apple-Aktie vergleichsweise günstig. Buffett schlug also zu und konnte sein Geld bis heute mindestens verfünffachen. 

Es gibt also auch während eines Bullenmarktes immer wieder Gelegenheiten, mit denen man den breiten Index deutlich überbieten kann. 

Buffett sagt aber auch, dass diese Chancen in Klumpen kommen. Das heißt wie bei einer Ketchup Flasche: Lange kommt gar nichts und dann kommt alles auf einmal.

In diesen Fällen wird die Geduld auf die Probe gestellt. Denn es kann sein, dass es zwei, drei, vier Jahre keine attraktiven Einstiege am Aktienmarkt gibt.

Wer aber nicht die Geduld aufbringen kann, solange zu warten, der begnügt sich eben mit durchschnittlichen Gelegenheiten und erzielt dann dafür auch durchschnittliche Renditen.

Das richtige Timing

Investments können aber auch schieflaufen. Vor allem dann, wenn man seine ganzen Cash-Reserven zum exakt falschen Zeitpunkt investiert.

Ein Beispiel dafür wäre der Stiftungsfonds der Harvard-Universität. Dieser verwaltet aktuell mehr als 50 Milliarden Dollar. Die Erfolge und Misserfolge dieses Fonds entscheiden unter anderem darüber, ob die Harvard Universität bahnbrechende Forschung finanzieren kann. Und hier wurden in der Vergangenheit schwere Fehlinvestitionen gemacht. Es wurden, wie Charlie Munger (Buffetts rechte Hand) sagt, selbst die im Voraus bezahlten Studiengebühren direkt investiert.

Das Management der Harvard Stiftung machte auch fragwürdige Investments in Holz-Plantagen. Hier gab es zwar die Chancen auf hohe Renditen, aber eben verbunden mit hohen Risiken. Zudem waren die Holz-Plantagen der Harvard Stiftung immer wieder unter Beschuss, weil sie die Lebensgrundlage von Bauern gefährden und einheimische Wälder zerstören würden. 

Es ist wichtig, nicht nur irgendein Investment zu machen, sondern stattdessen mit viel Geduld nur die allerbesten Gelegenheiten zu nutzen. Und diese Gelegenheiten beinhalten alle eine Asymmetrie. Also wenig Downside und viel Upside.

Die Legende Warren Buffett und ihre Verantwortung

Warren Buffett weiß genau, welche Verantwortung er für seine Aktionäre hat. Das bedeutet, dass er mit seinem Unternehmen Berkshire Hathaway weniger Risiko im Sinne von Kursschwankungen auf sich nimmt, wie wenn er privat kleinere Summen investieren würde. So wie er es beispielsweise in seinen 20ern gemacht hat. 

Von seinen 20ern ist nämlich bekannt, dass er all sein Geld in ein oder zwei Aktien steckte, wenn es extrem gute Gelegenheiten gab. Aktuell hilft die große Cash-Position von Buffet dabei, größere Markt Crashs für sein Unternehmen Berkshire abzufedern.

Denn wenn der Markt um 50 Prozent einstürzt und Buffett nur 50 Prozent seines Berkshire Vermögens in Aktien hat, dann hat er eben auch nur einen Vermögensverlust von 25 Prozent. Also eine Summe, die für viele Anleger noch gerade so zu verschmerzen ist. 

Bei 50 Prozent wäre das etwas völlig anderes. So ein Kurseinbruch würde, zu deutlich mehr Panikverkäufen von Berkshire Hathaway Investoren führen. Das heißt, Buffett nimmt hier Rücksicht auf Anleger, die in sein Unternehmen Berkshire Hathaway investieren und weniger Crash verkraften. 

 

Diese Beiträge könnten Dich interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

×

Inhaltsverzeichnis