Inhaltsverzeichnis

Dr. Michael Burry- Krise durch Hyperinflation kommt

Dr. Michael Burry- Krise durch Hyperinflation kommt

Inhaltsverzeichnis

Die Börse bringt Sieger und Verlierer hervor. Dazu gehören Spekulanten mit einem richtigen Riecher. Und Crash-Propheten, die dramatisches prophezeien, meist aber falsch liegen. Manchmal gibt es aber auch Anti-Helden, wie zum Beispiel Dr. Michael Burry. Ein Einzelgänger in der Finanzwelt, der meistens gegen den Strom schwimmt. So auch 2008, als er mit einer Wette gegen den amerikanischen Immobilienmarkt 100 Millionen Dollar verdiente. 

Burry ist ein Börsianer, dessen Meinung nicht zu unterschätzen ist. Jetzt ist folgendes passiert: Sein Twitter-Profil wurde vor einigen Wochen gelöscht. Doch zuvor twitterte er eine Warnung nach der anderen in die Finanzwelt hinaus. Er warnte vor extremen Übertreibungen der Aktien und der massiven Spekulation, die 2020 begann und immer noch anhält. Am meisten Gehör fanden seine Aussagen aus dem Februar 2021. Damals sagte er etwa: „Der Aktienmarkt tanzt auf der Rasierklinge.“

Krise durch Hyperinflation

Die amerikanische Trading App Robin Hood bezeichnete er als gefährliches Casino und seine jüngsten Warnungen bezogen sich auf eine anstehende Hyperinflation. Er verglich die USA mit der Weimarer Republik von 1920. Viele Medienberichte sprachen davon, dass Michael Burry daraufhin von der amerikanischen Wertpapieraufsicht besucht wurde. Diese warnten ihn, dass seine Twitter Aussagen kritisch sind. Denn sie würden den Aktienmarkt beeinflussen. 

Diese letzten Tweets, bevor er sein Twitter-Profil löschte, sind sehr spannend. Gerade vor dem Hintergrund, dass Burry eine Geschichte hierzu hat. Denn er hatte bereits die große Finanzkrise 2008 vorhergesagt, was sogar im Film The Big Short verfilmt wurde. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf einige seiner Aussagen und was diese für die Börse bedeuten könnten. 

Fangen wir ganz von vorne an

Die Geschichte beginnt am 20. Februar 2021, als Michael Burry ein Buch mit dem Titel „Dying of Money“ (Das Sterben des Geldes) in einem Tweet verlinkt. Damit bezieht er sich auf die US-Geldpolitik, die eine Inflation geradezu einladen würde. 

Seit dem Start der Pandemie drucken die US-Notenbank ununterbrochen Geld. Es wurden mehr US-Dollar in solch einer kurzen Zeit gedruckt als jemals zuvor in der Geschichte der USA. 

Bisher bekamen Amerikaner schon drei Stimulus-Schecks und der vierte wird aktuell ausgehandelt. Die Auswirkungen dieser Geldpolitik werden jetzt nach und nach sichtbar. Was wir sehen ist mehr Konsum aufgrund von Nachholbedarf und eine wachsende Verschuldung. Hier haben wir also klare Warnsignale für eine ungesunde Wirtschaft. Diese Punkte könnten auf eine stärkere Inflation hindeuten. Und aktuell sehen wir diese Inflationsentwicklung bei verschiedenen Rohstoffen.

So sind einige Preise bis zu 300 % gestiegen im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie. Allein die Ölpreise verzeichnen einen Anstieg von 300 % innerhalb eines Jahres. Die Getreidepreise haben sich verdoppelt. Kupfer und auch Kaffee sind um die 50% teurer als noch vor einem Jahr. 

All diese Rohstoffe sind sehr teuer aktuell und die Inflation folgt eben genau diesen Preisen. Wird Holz teurer, dann wird bei vielen Häusern das Bauen teurer, wird Öl teurer, dann wird der Transport von Waren teurer und somit die Waren selbst. Wird Getreide teurer, dann werden bestimmte Nahrungsmittel teurer und so weiter und so fort. 

Was sagt der Chef der US-Notenbank?

Jerome Powell, Chef der amerikanischen Notenbank, sieht das Ganze zurzeit noch sehr locker. Zum Thema Inflation müssen aber ein paar Dinge erwähnt werden. Erstens, wir wissen, dass die Inflation anhand der letzten 12 Monate gemessen wird. Nimmt man nun zum Vergleich die Inflationsraten von März und April letzten Jahres, dann sieht man einen Anstieg von ein paar Zehntel Prozent. Dieser Anstieg wird als Sockel-Effekt bezeichnet und ist laut Jerome Powell nur eine vorübergehende Erscheinung. 

Die US-Wirtschaft setzt auf eine extreme Nachfrage, wenn sich die Pandemie-Situation wieder beruhigt hat. Menschen werden womöglich enthusiastisch sein, weil die Pandemie zu Ende ist, was zu einem erhöhten Inflationsdruck führen könnte. 

Wie es aber tatsächlich kommen wird, kann zurzeit noch keiner beantworten. Wie nachhaltig das erhöhte Konsumverhalten der Menschen in Zukunft sein wird, das kann nur die Zukunft zeigen. Ein Teufelskreis der Inflation ist aber realistisch und bringt uns zum zweiten Tweet von Michael Burry.

Der lange Weg zum Kollaps

In seinem Tweet beschreibt er, dass eine Inflation nicht plötzlich auftaucht. Vielmehr baut sie sich stetig über einen längeren Zeitraum auf. Der deutsche Teufelskreis der Hyperinflation anfang der 1920er baute sich über neun Jahre auf. Erst im neunten Jahr kam es zum Kollaps.

Krise durch Hyperinflation

In der Grafik unten sehen wir, wie viel Mark eine Unze Gold in der Zeitperiode von 1918 bis 1923 wert war. Die Inflation hat sich exponentiell entwickelt. Bedeutet also: Am Anfang war noch alles moderat. Den steilen Anstieg nach oben, der die Währung komplett entwertete, sehen wir Jahre später. Dieses Szenario klingt sehr extrem und wir leben heute in einer anderen Zeit. Dennoch sollten die aktuellen Rohstoffpreise als Warnung angesehen werden.

Krise durch Hyperinflation

Wenn das Geld vom Himmel fällt

Im letzten seiner Tweets am 21. Februar, beschreibt Michael Burry die Situation, wenn das Geld vom Himmel fällt. Damit spielt er auf das Gelddrucken der Notenbanken an. Diese Flut an Geld muss die Investment-Teams an der Wall Street kreativ werden lassen.

Krise durch Hyperinflation

Ohne Risikobereitschaft sind nämlich kaum noch Renditen möglich. Wenn die Dividende der Investoren nur noch durch neue Schulden bezahlt wird und riskante Wachstums-Aktien abgefeiert werden, dann hat die sparsame Mentalität verloren. Michael Burry spielt auf die Gier der Investoren aktuell an. Die können nach der Aufwärtsbewegung seit dem Pandemie-Tief im März 2020 nicht genug bekommen. 

Fazit: Sollte man diese Tweets zur Hyperinflation ernst nehmen?

Das muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil tue das aber. Warum? Weil es aktuell keine echten Schnäppchen auf dem Aktienmarkt gibt und viele Unternehmen überwertet sind. Auf der anderen Seite erzielen große US-Konzerne weiterhin Rekordgewinne und diese fließen ebenfalls in diese Bewertung ein. Das Risiko besteht, auch wenn ich persönlich das nicht so drastisch sehe, wie Michael Burry.

Sein Vergleich mit der Hyperinflation in Deutschland 1923 zeigt Parallelen. Die Wirtschaft heutzutage ist aber eine andere, also noch vor fast 100 Jahren. Wir haben eine deutlich höhere Produktivität heutzutage und werden mit Waren zugeschüttet.

Bewertungen sind außerdem nur dann zu hoch, wenn es in Zukunft deutliche Zinsanstiege geben sollte.

Warren Buffet sagte dazu vor kurzem: „Wenn die aktuellen Zinsen dafür bestimmt sind, angemessen zu sein … eine zehnjährige Staatsanleihe wirklich so stehen soll, wie sie aktuell steht … dann müssen wir uns das für die aktuellen Tech-Unternehmen mal vorstellen. Diese haben die Fähigkeit, Cash zu liefern in einem enormen Tempo. Wenn du diesen Cashflow verzinsen würdest und du machst das mit den aktuellen Zinssätzen, dann sind Aktien aktuell sehr günstig. Die Frage ist also, was die Zinsen in nächster Zeit machen.“

Soweit Die Aussagen vom Altmeister Warren Buffett. Was sind deine Einschätzungen zur aktuellen Lage? Schreib es gerne unten in die Kommentare.

 

Diese Beiträge könnten Dich interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

×

Inhaltsverzeichnis